"Nicht ohne uns über uns"
Mitbestimmungsstrukturen in der pro mente tirol
Beteiligung ist für uns kein Schlagwort, sondern ein Grundprinzip: Menschen, die unsere Angebote nutzen, sollen nicht nur begleitet werden, sondern auch mitreden und mitgestalten können.
Der Anspruch auf ein Mitspracherecht der Klient:innen bezüglich ihres eigenen Recoveryprozesses ist auch gesetzlich verankert in der UN-Behindertenrechtskonvention und in der Verordnung des Tiroler Teilhabegesetzes, das unter anderem eine strukturierte Einbindung von Klient:innen, die Möglichkeit der (anonymen) Beschwerde und eine regelmäßige Evaluation des Angebots fordert.
Wir sind davon überzeugt, dass Recovery nur unter Beteiligung aller und gemeinsam funktionieren kann, und Mitbestimmung und Mitgestaltung wesentliche Voraussetzungen für eine qualitätsvolle und fachlich fundierte Begleitung sind. Zur Umsetzung dieses Anspruchs haben wir deshalb ein Beschwerdemanagement und ein mittlerweile sehr bewährtes Klient:innenvertreter:innensystem als institutionaliserte Form der Mitbestimmung und Mitgestaltung etabliert. Zudem führen wir regelmäßig Teilnehmer:innenbefragungen durch.
Klient:innensprecher:innen
Bereits 2013 wurde in der pro mente tirol ein System der Klient:innensprecher:innen als institutionalisierte Form der Mitbestimmung und Mitgestaltung geschaffen. Seitdem gilt das Bestreben, in jeder Einrichtung Sprecher:innen zu wählen und diese strukturiert in die Entwicklung der Leistungen einzubeziehen. Damit wird eine möglichst hohe Transparenz und Mitsprache ermöglicht und gewährleistet.
Die Klient:innensprecher:innen werden direkt in ihrer jeweiligen Einrichtung gewählt und vertreten die Anliegen der Klient:innen vor Ort. Sie stehen in einem intensiven Austausch mit den Klient:innen, der Einrichtungsleitung und dem Team vor Ort.
Einmal im Monat findet ein gemeinsames Treffen aller Klient:innensprecher:innen, zusammen mit gewählten Gesamtsprecher:innen, und dem Qualitätsmanagement zum Austausch und zur Abstimmung statt.
Zudem treffen sich die Gesamtsprecher:innen, das Qualitätsmanagement, die Geschäftsführung und unser Präsident einmal jährlich zum Austausch und zum direkten Dialog über Anliegen und Entwicklungen.
Beschwerdemanagement
In einem klar strukturierten Beschwerdemanagement, das in allen Einrichtungen bekannt gemacht wurde, haben Klient:innen die Möglichkeit, ihre Beschwerde sowohl anonym als auch bei einer betriebsinternen Beschwerdestelle einzubringen. Zudem können ihnen die Klient:innensprecher:innen als Ansprechpartner:innen oder Begleiter:innen bei Beschwerdefällen zur Seite stehen.
Teilnehmer:innenbefragung
2024 wurde eine auf alle Leistungen ausgebreitete Teilnehmer:innenbefragung durchgeführt. Das Konzept des Fragebogens wurde von der pro mente Oberösterreich übernommen und von den Leiter:innen und Klient:innenvertreter:innen an die Strukturen und das Wording der pro mente tirol angepasst. Mit einer Teilnahme von über 50 % und einer ausgezeichneten Bewertung in sämtlichen Bereichen kann das Ergebnis als sehr zufriedenstellend bewertet werden. Verbesserungsvorschläge und Kritikpunkte wurden bereits identifiziert und werden in zukünftige Veränderungsprozesse integriert.